Datenschutz und AGB bei Partnerbörsen

Immer mehr Menschen suchen ihren Partner über Singlebörsen oder Partnervermittlungen im Internet. Die Kriterien für die Wahl der Partnerbörse: Kosten, Optionen, Partnervorschläge. Eine wichtige Frage wird häufig vernachlässigt: Wie sicher sind deine Daten?

Datenschutz bei Partnerbörsen
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Gesetze und Richtlinien wie das Bundesdatenschutzgesetz und die europäische Datenschutzrichtlinie sollen dich eigentlich vor dem Missbrauch deiner personenbezogenen Daten schützen. Doch nicht jede Partnervermittlung hält sich daran. Die schwarzen Schafe ausfindig zu machen, ist nicht ganz einfach bis unmöglich. In deren System einzubrechen und die Datenschutz-Defizite zu ergründen ist (wie du dir sicher denken kannst) nicht legal. Anders sieht es mit der Verschlüsselung deiner Daten aus. Die Stiftung Warentest hat diese im Februar 2016 bei sechs Online-Singlebörsen und fünf Partnervermittlungen getestet und hier auch ein Auge auf Datenschutz und AGB geworfen.

Datenschutz und das Kleingedruckte

Das Ergebnis der Überprüfung von Datenschutz und AGB ist überraschend positiv: Bei sechs Portalen sind die Mängel sehr gering, drei haben geringe und die kostenlose Singlebörse „Finya“ hat laut Warentest sogar überhaupt keine. Nur Anbieter „Zoosk“ enttäuscht in dieser Kategorie mit „sehr deutlichen“ Mängeln.

Vorkasse – Zwei Wochen Widerrufsrecht

Alle Partner- und Singlebörsen verlangen von ihren Kunden Vorkasse. Das hat mit dem Paragraphen 656 des BGB zu tun. Der besagt, dass Heiratsvermittlern kein Lohn zusteht:

„Durch das Versprechen eines Lohnes für den Nachweis der Gelegenheit zur Eingehung einer Ehe oder für die Vermittlung des Zustandekommens einer Ehe wird Verbindlichkeit nicht begründet. Das auf Grund des Versprechens Geleistete kann nicht deshalb zurückgefordert werden, weil eine Verbindlichkeit nicht bestanden hat“.

Das deutsche Recht unterscheidet hier nicht zwischen Heiratsvermittlern und Partnervermittlungen. Da die Honorare also nicht einklagbar sind, müssen Kunden den Mitgliedsbeitrag via Vorkasse zahlen. Du hast die Möglichkeit, den Vertrag innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen und bekommst dein gesamtes Geld zurück.

Datenverschlüsselung bei vier Anbietern „mangelhaft“

Die gute Nachrichten zuerst: Alle Anbieter übertragen deine Kontodaten und deinen echten Namen verschlüsselt. Sieben Partner- und Singlebörsen erhielten sogar in der gesamten Kategorie „Datenverschlüsselung“ die Bestnote „sehr gut“. Unter anderem die großen Anbieter wie Parship, Elitepartner und eDarling.

Testbericht zu Parship über 5 Millionen Mitglieder in Deutschland

  • Sehr seriöse Partnerbörse
  • TÜV-zertifiziert
  • Viele registrierte Mitglieder
  • Gezieltes Matching passender Partner durch fundierten Persönlichkeitstests
  • Hilfreiche Tipps im Magazin “beziehungsweise”
  • Große Auswahl an Single-Events
  • Herzliche Community und freundlicher Umgangston
  • Sehr großer Service-Faktor
  • Vielfach premiert und ausgezeichnet

Jetzt die unschönere Botschaft: Vier Anbieter (LoveScout24, Neu.de, Finya und Single.de) bieten bei der Registrierung und Anmeldung keinen Schutz, deine Angaben gehen unverschlüsselt durchs WWW. Die Gefahr: Deine persönlichen Daten könnten gestohlen werden. Unser Tipp: Erstelle für die Anmeldung bei einer Partnerbörse eine separate E-Mail-Adresse und ein neues Passwort, beides verwendest du nur hier.

Solltest du merkwürdige Aktivitäten in deinem Account bemerken, setze deinen Anbieter direkt davon in Kenntnis.

Datenmissbrauch – Was tun?

Sollte dir aufgefallen sein, dass eine Partnerbörse unseriös mit deinen Daten umgeht, kannst du dich an die „Aufsichtsbehörde für den nicht-öffentlichen Bereich“ wenden, die deine Beschwerde  prüfen und dir das Ergebnis mitteilen wird.

Hier findest du eine Übersicht der Kontaktdaten der Datenschutzbeauftragten in den Bundesländern und der Aufsichtsbehörden für den nicht-öffentlichen Bereich.