Welcher Partner passt zu mir?

Wer die Liebe sucht, stolpert früher oder später über die Frage: Welcher Partner passt zu mir? Oder welcher Beziehungstyp bin ich überhaupt? Stimmt die Redensart „Gegensätze ziehen sich an“? Oder sollte man sich eher an der Formel „Gleich und gleich gesellt sich gern“ orientieren?

Junge Frau sitzt Huckepack auf einem jungen Mann.
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Partnersuche – Von Schatzsuchern und Orakelsprüchen

Die Suche nach dem richtigen Partner gleicht der Suche nach dem heiligen Gral. Wenn uns Indiana Jones eines gelehrt hat, dann dass Nazis raffgierige Spinner sind, und dass sich unter dem heiligen Gral jeder etwas anderes vorstellt. Bei der Suche nach dem richtigen Partner verhält es sich ganz ähnlich: Was dem einen ein kostbarer Juwel ist, ist dem anderen vielleicht nur ein Mauerblümchen. Woran liegt das? Jeder Mensch ist anders. Und jedes Individuum ist sein eigener Experte, was seine Wünsche und Vorstellungen angeht – auch in Sachen Partnerwahl.

Die Frage „Welcher Partner passt zu mir?“ ist also nicht so leicht zu beantworten, wenn sich hinter jedem Suchenden eine eigene Welt verbirgt. Und weil wir als Menschen eben nicht starr sind, sondern lebendig, unbeständig und emotional, gibt es auf die Frage auch keine verbindliche oder mustergültige Antwort. Man könnte genauso gut ein Orakel befragen. Versuchen wir es trotzdem und starten wir eine Exkursion ins antike Griechenland, wo uns schon am Eingangsportal eines Tempels komische Dämpfe entgegenwabern. Da thront sie also, die Pythia – auch als Orakel von Delphi bekannt. Benebelt sitzt sie auf einem Dreifuß direkt über einer qualmenden Erdspalte und kifft den irdischen Brodem. Lass hören, Delphi-Tante: Wie finde ich im großen Teich jetzt den richtigen Fisch und welcher Partner passt zu mir?

Fräulein Delphi halluziniert vor sich hin und ist kaum ansprechbar. Das einzige, was man ihrer gemurmelten Litanei entnehmen kann sind die Worte: „Mann ist nicht Frau – Frau ist nicht Mann.“ Etwas unzureichend und schwammig formuliert – typisch Orakel eben. Trotzdem spricht die nette Drogen-Dame da vorne einen wichtigen Punkt an: die Verschiedenheit der Geschlechter.

Partnersuche nach Geschlecht – Frau vs. Mann

Ob man nun Männlein oder Weiblein: bei der Partnersuche ist das Geschlecht von entscheidender Bedeutung. Das war für euch von vornherein klar? Ihr Schlaumeier. Was ich allerdings meine, ist die unterschiedliche Herangehensweise der Geschlechter. Frauen suchen sich ihren Partner anders aus, als Männer. Vielleicht ist es platt, aber Männer scheinen diversen Studien zufolge mehr auf das Aussehen ihres Gegenübers zu achten. Alles Plattitüde? Fehlanzeige. Das Unternehmen Tobii Technology (maßgeblich bekannt für Hightech-Produkte rund ums Thema Eye Tracking“ – deutsch: Blickerfassung) und das Marktforschungsunternehmen Answer Lab wollten der Frage auf den Grund gehen und haben eine Studie zum Thema durchgeführt. Die männlichen und weiblichen Probanden wurden dafür mit sogenannten Eyetrackern ausgestattet und vor ein Notebook gesetzt. Die Aufgabe: Wühl dich 15 Minuten lang durch zwei unterschiedliche Online-Dating-Profile. Was kam dabei raus? Frauen suchten gründlicher und brauchten im Vergleich zu Männern beinahe doppelt so viel Zeit, um die Profile abzuchecken. Dabei betrachteten Männer das Profilfoto rund 65% länger als Frauen, während die Damen sich eher dem Lesen der Profilangaben widmeten.

Als Auswahlkriterium für die Partnersuche scheinen Männer also eher auf die Optik zu setzen. Aber was konkret finden Typen sexy? Die Partnerbörse Parship hat seine Mitglieder befragt. Bei der Umfrage kam heraus, dass Männer auf ein offenes Lächeln (90%) und selbstbewusstes Auftreten (65%) stehen. Gut die Hälfte aller Befragten mag lange Haare (52%). Stilvolle, elegante Kleidung (33%) oder ein eleganter Gang (29%) scheinen dabei eher nebensächlich. Wer jetzt schnipsend den Schlaumeier-Finger nach oben reckt, weil er eifrig mitgerechnet hat, dem sei gesagt, dass bei der Befragung auch Mehrfachnennungen möglich waren.

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Soviel zum Thema Aussehen. Was soll die Traumfrau sonst noch mitbringen? Auch die Partnerbörse Elitepartner hat seine männlichen, deutschen Mitglieder nach den bevorzugten Eigenschaften bei der Partnersuche befragt. Die Erhebung brachte ans Licht, dass den Herren der Schöpfung vor allem eine erotische Ausstrahlung (55,1%) wichtig  ist – schon wieder? Und eigentlich handelt es sich dabei um keine Eigenschaft im klassischen Sinne, aber okay. Weiterhin soll die Herzdame eine eigene Meinung haben (51,6%) sowie Schlagfertigkeit und Witz (47,6%) – Bevor die Musterschüler sich wieder schnipsend melden: Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich.

Worauf Männer stehen, wissen wir jetzt. Wie sieht es bei Frauen aus? Beim Online-Dating legen die Damen großen Wert auf die Profilbeschreibungen. Elitepartner hat auch seine weiblichen Mitglieder befragt. Bei der Erhebung kam heraus, dass jede zweite Frau sich einen Partner mit Hochschulabschluss wünscht. Bei den Männern ist es gerade einmal jeder Dritte. Dass die Plattform sich auf „Akademiker und Singles mit Niveau“ spezialisiert hat, dürfte das starke Bedürfnis nach einer geistreichen Leuchte erklären. Was ist den Mädels sonst noch wichtig? Einer wissenschaftlichen Studie des Psychologieprofessors Adrian Furnham zufolge achten Frauen bei der Partnersuche besonders auf Faktoren wie Intelligenz, Beständigkeit, Pflichtgefühl, Bildung, soziale Kompetenzen und Übereinstimmungen in politischen oder religiösen Aspekten.

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Da haben wir´s. Frauen und Männer suchen unterschiedlich. Dabei werden nicht nur unterschiedliche Herangehensweisen verfolgt, sondern auch andere Werte in den Mittelpunkt gestellt. Die delphische Kifferin hatte also tatsächlich Recht. Die Partnersuche ist aber nicht nur eine Frage des Geschlechts, sondern auch des Typs.

Partnersuche – Eine Frage des Typs

Ruhe jetzt. Tante Delphi will uns wieder etwas sagen. Lasst euch von dem tranceähnlichen Herumgetorkel und dem dämonischen Gewinner à la Exorzismus nicht einschüchtern und tretet einen Schritt näher. Nun höret und schweiget still: …*Rülps* – Entsetzte Gesichter. Doch das Teufelsweib spricht weiter: „Das Teleskop wird scharfgestellt. Im Suchfeld das, was dir gefällt. Ob Gegenpol, ob deckungsgleich, das entscheidet ein Vergleich.“ Ratlosigkeit. Was will uns die Kräuterhexe damit sagen? Vielleicht spielt sie auf die verschiedenen Menschentypen an und auf die Frage, ob man sich bei der Partnersuche per digitalem Teleskop lieber einen ähnlichen Gefährten oder das Gegenteil von sich selbst suchen sollte. Ziehen wir einen Vergleich.

Theorie 1: Gegensätze ziehen sich an

Jeder kennt den Spruch „Gegensätze ziehen sich an“. Aber was hat es damit auf sich? Hier wird davon ausgegangen, dass ein Mangel vorliegt, der in irgendeiner Art behoben oder ausgeglichen werden soll. Wir kennen das Prinzip von Magneten und den verschiedenen Polen. Plus und Minus ziehen sich eben an. Auf die Partnersuche bezogen kann man den Mangel auch als Wunsch nach Vervollständigung auslegen. Wir suchen uns das, was wir selbst nicht haben, um als Team möglichst viel abzudecken. Aber stimmt das wirklich?

Jeder kennt das Phänomen aus seinem Freundeskreis: Die liebe und anständige WG-Mitbewohnerin muss sich immer die fiesesten Bad Boys heraussuchen. Wir hätten ihr von Vornherein sagen können, dass das nicht gutgeht, aber das Mädel wollte ja nicht hören. Gleiches auf der anderen Seite: Der beste Kumpel hat es aus irgendeinem Grund immer auf herrische Hausdrachen abgesehen und entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit von einem nimmersatten Trinkkumpan in einen kuschenden Pantoffelhelden, der jedes Wochenende absagt. Die Psychologin Diane Felmlee spricht in diesem Zusammenhang von „fatal attraction“ oder auch von verhängnisvoller Anziehungskraft. In einer wissenschaftlichen Studie befragte sie Paare nach ihren bisherigen Beziehungen. Ergebnis: Eigenschaften, die anfänglich noch als besonders attraktiv eingestuft wurden, entpuppten sich bei den Befragten im Nachhinein oft als Trennungsgründe Nummer 1. Gegensätze sind also doch nicht unbedingt gut für uns. Aber gibt es auch Ausnahmen?

Klar gibt es die. Obwohl Dating-Events wie Pheromon-Partys in Deutschland heute als neuester Trend gefeiert werden, gingen Forscher der Universität Bern dem Wahrheitsgehalt des Spruches „Den kann ich gut riechen“ schon vor 20 Jahren auf den Grund. Für ihre Studie über die individuellen Vorlieben für verschiedene Körperdüfte ließen sie Männer zwei Nächte lang die gleichen T-Shirts tragen. Nachdem die Probanden ordentlich ausgedünstet haben, wurden die Stinke-Leibchen einigen Damen zum Schnüffeln überlassen. Nach umfangreichen Untersuchungen kam heraus, dass die meisten Probanden eher die Körpergerüche von Männer bevorzugten, die ein möglichst unähnliches Immunsystem aufwiesen. Man glaubt es kaum, aber der Mensch ist scheinbar tatsächlich dazu in der Lage sogenannte MHC-Proteine, die als Bauanleitung für Immunsysteme dienen, zu erschnüffeln. Aber warum genau bevorzugt man ein gegensätzliches Immunsystem? Ganz einfach: So kann der Nachkommenschaft ein möglichst umfangreiches Abwehrsystem in die Wiege gelegt werden. Schon clever, diese Biologie. Vom körperlichen Standpunkt aus können Gegensätze also wirklich vorteilhaft sein.

Theorie 2: Gleich und Gleich gesellt sich gern

Während unsere erste Theorie von einem Mangel ausgeht, der ausgeglichen werden soll, verfolgt die zweite Theorie eine Strategie des Harmoniebestrebens. Was soll das nun wieder heißen? Damit ist gemeint, dass wir uns eher Partner aussuchen, die zu uns passen und mit denen wir möglichst wenig anecken. Weniger Reibungspunkte, heißt das Stichwort. Warum sich abquälen und tagtäglich gegen den Strom schwimmen, wenn man gemütlich die gleiche Richtung verfolgen und sich lässig nebeneinander treiben lassen kann? Aber macht diese Strategie wirklich Sinn?

Partnerschaften, die auf Gemeinsamkeiten beruhen, scheinen tatsächlich zu funktionieren. Das belegen zahlreiche Studien rund ums Thema. Forscher vom Leibniz Institut für Sozialwissenschaft haben zudem herausgefunden, dass Paare mit ähnlichen Vorstellungen länger zusammen sind. Dabei kommt es allerdings auf die Auswahlkriterien an. Für die Studie der deutschen Wissenschaftler wurden Übereinstimmungen in den Bereichen Offenheit, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit untersucht. Alle drei Kategorien gehören zum sogenannten „Big Five“-Modell, das in der Persönlichkeitspsychologie eine große Rolle spielt. Solche Kategorien wie Hobbies, Leibgerichte, Schlaf- und Fernsehgewohnheiten tun da scheinbar wenig zur Sache und sind wohl kaum ausschlaggebend für eine glückliche, lange Beziehung. Interessanter Aspekt: Menschen suchen scheinbar nach Partnern mit Eigenschaften, die für sie selbst charakteristisch sind. Ein Mann, der sich in erster Linie als sportlich beschreibt, sucht demzufolge vorrangig nach sportlichen Frauen.

Spannend ist die Frage, ob die Gemeinsamkeiten schon von Anfang an da waren, oder ob sich die Partner erst im Lauf der Beziehung einander angenähert haben. Immerhin kommt es nicht selten vor, dass man sich erst durch den Anderen für bestimmte Themen, Freizeitbeschäftigungen oder Ansichten begeistert. Zahlreiche Studien belegen zudem, dass sich langjährige Paare über die Zeit in ihrer Gestik sowie Stimmlage einander anpassen. Sind die Gemeinsamkeiten beim Kennenlernen also gar nicht so relevant, wie bisher angenommen? Der amerikanische Psychologieprofessor Dr. Paul Eastwick geht noch einen Schritt weiter. Er vertritt die These, dass Singles sich nicht aufgrund von Gemeinsamkeiten füreinander entscheiden. Vielmehr verlieben sie sich erst ineinander und picken dann einige wenige Gemeinsamkeiten heraus, an denen sie sich festklammern und orientieren. Was machen wir nun mit dem Erfolgsversprechen „Gleich und Gleich gesellt sich gern“? Alles Schmu? Nicht ganz.

Theorie 3: Die Mischung macht´s

Wir haben gelernt, dass Gegensätze vom körperlichen Standpunkt aus echt vorteilhaft sein können. Von der emotionalen und charakterlichen Warte aus machen eher Gemeinsamkeiten einen Sinn. Weniger Reibungsfläche bedeutet weniger Krawall. Gerade was Zukunftsvorstellungen angeht, spielen Harmonie und Einklang eine große Rolle. Ein Paar, dass sich bezüglich der Frage nach Kindern uneins ist, wird früher oder später Probleme bekommen. Gemeinsamkeiten sind gut. Es muss aber nicht gleich die hundertprozentige Übereinstimmung sein. Die Hauptfrage besteht wohl eher darin, ob man Gegensätze überbrücken oder ergänzen kann und ob genügend Ähnlichkeiten für eine gemeinsame Basis vorhanden sind.

Die verrückte Frau von Delphi hatte wieder einmal Recht. Wir haben das Teleskop scharfgestellt und uns in die Niederungen der Wissenschaft begeben. Heraus kam, dass Immunsystem-Gegensätze sich anziehen. Charakterlich Gleich und Gleich gesellt sich gerne. Partnersuche ist und bleibt aber eine Frage des Typs.

Welcher Beziehungstyp bist du?

Frau Delphi windet sich wieder auf ihrem Dreibein-Hocker und fängt an wild herumzufuchteln. Große Augen bei allen Anwesenden. Einem Kreischen folgt ein Flüstern folgt ein Wimmern folgt ein Schnarchen. Schnarchen? Verdutzte Blicke. Als einige Umstehende sich der dösenden Wahrsagerin nähern, brüllt sie auf einmal eine weitere Prophezeiung: „Jäger sind wie Tag und Nacht. Mal kühn, mal scheu und mal bedacht.“ Jäger? Ich lasse jetzt mal den Sherlock Holmes raushängen und vermute kühn, dass mit „Jägern“ die Singles auf Partnersuche gemeint sind. Alles klar – was die Hexe meint, sind die individuellen Eigenarten und Deckungsmöglichkeiten. Kluge Kifferin. Widmen wir uns der Frage, welcher Beziehungstyp du bist und was zu dir passt.

Nehmen wir uns Psychologie-Modell der sogenannten „Big Five“ vor und gehen wir das Ganze wissenschaftlich an. Laut diversen Statistiken ist es von Vorteil, wenn man zumindest in einigen der untenstehenden Punkte Ähnlichkeiten mit dem Partner verbuchen kann. Konkret hat das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften herausgefunden, dass Paare mit Übereinstimmungen in den „Big Five“-Bereichen Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit durchschnittlich länger zusammen sind, als unterschiedliche Gespanne.

1.) Offenheit für Erfahrungen: Neugier vs. Vorsicht

Wie gehen wir mit neuen Gegebenheiten, Zuständen und Situationen um? Sind wir vom Grundtenor her eher offen, experimentierfreudig und neugierig oder setzen wir auf Altbewährtes im Sinne von „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht?“ Hier trifft die progressive, zukunftsgerichtete Weltanschauung frontal auf eine konservative, zurückhaltende und althergebrachte Sichtweise. Wer hier eine gleiche Gesinnung und ähnliche Neigung zu seinem Partner aufweist, hat gute Chancen auf eine lange glückliche Beziehung.

2.) Gewissenhaftigkeit: Spontaneität vs. Berechnung

Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Der nächste Urlaub mit deinem Herzblatt steht demnächst an. Wie geht ihr vor? Lasst ihr den Trip ganz entspannt auf euch zukommen oder plant ihr Ausflüge, den Transfer zum Hotel und Faulenzer-Tage lieber vorher genau ein? Hier treffen Backpacker auf All-Inclusive-Touristen und Abenteurer auf Organisationstalente. Ob man nun alles eher spontan auf sich zukommen lässt oder vom verantwortungsbewussten, zuverlässigen und vorausplanenden Schlag ist: Übereinstimmungen in puncto Gewissenhaftigkeit können nicht verkehrt sein.

3.) Verträglichkeit: Mitgefühl vs. Misstrauen

Hier kommt es vor allem darauf an, wie wir uns unseren Mitmenschen gegenüber verhalten. Haben wir ein großes Einfühlungsvermögen, zeigen wir Mitgefühl, sind wir eher hilfsbereit und verständnisvoll oder lassen wir uns vom Misstrauen, von Konkurrenzgedanken und Eigenliebe leiten? Denken wir eher an andere oder lieber an uns selbst? Wo auch immer wir auf der Skala stehen: Wenn der Partner uns in diesem Punkt nicht völlig widerspricht, passen wir wahrscheinlich ganz gut zusammen.

4.) Extraversion: Introvertiert vs. Extrovertiert

Auch bei diesem Faktor kommt es auf die Verhaltensweise im sozialen Umfeld an. Einige Experten verstehen unter den Begriffen Extraversion und Introversion eher das Talent zur Begeisterungsfähigkeit. Stellt euch vor, ihr landet spontan bei einer gemütlichen Grillrunde im Park und kennt nur die Person, welche euch mitgeschleift hat. Wie verhaltet ihr euch? Seid ihr eher schüchtern, zurückhaltend, beobachtend und introvertiert oder gesellig, kommunikativ, herzlich und extrovertiert? Paare müssen in diesem Punkt nicht zwangsläufig die gleiche Grundhaltung haben, damit es funktioniert. Allerdings können ähnlich ausgeprägte Kommunikationsgewohnheiten ein Zusammenleben enorm erleichtern.

5.) Neurotizismus: Selbstvertrauen vs. Unsicherheit

Mit Neurotizismus ist die emotionale Labilität oder „Ich-Stärke“ gemeint. Wie reagieren Menschen auf negative Erlebnisse? Die Spanne reicht von selbstbewussten, stabilen, gelassenen und rationalen Typen bis hin zu nervösen, unsicheren, ständig grübelnden und empfindsamen Personen. Auch hier sind Übereinstimmungen bei Partnern nicht zwingend erforderlich für eine lange, glückliche Beziehung. Manchmal kann man sich gegenseitig eben gut ergänzen.

Die verschiedenen Persönlichkeitsdimensionen müssen bei euch nicht alle übereinstimmen. Es reicht völlig aus, wenn ihr in einigen Punkten in etwa die gleiche Einstellung habt. Und auch dann ist das Modell noch lange kein Garant für eine lebenslange Beziehung. Da kannst du das Orakel befragen, bis du schwarz wirst. Ein wichtiger Punkt ist die Empathie, oder auch das Einfühlungsvermögen, welches unter Punkt 3 so schön beschrieben wurde. Ich meine damit allerdings nicht die Anteilnahme am Leben deiner Mitmenschen, sondern die Anteilnahme an deinem Partner. Solange zumindest einer von euch beiden beim alltäglichen Zusammenleben ein gewisses Maß an Rücksicht, Feingefühl, Verständnis und Einfühlungsgabe an den Tag legt, ist schon viel gewonnen.

Die Suche nach Antworten

Wir könnten noch ewig weiter spekulieren und den Delphi-Junky über esoterische Theorien wie passende Sternzeichen, Aszendenten oder die Numerologie als Hilfsmittel für die Partnersuche befragen. Auch die Wissenschaft hält noch viele Hypothesen bereit: Schon einmal von der Theorie gehört, dass die eigene Position unter den Geschwistern sich auch auf die Partnersuche auswirkt? Demnach fühlen sich Erstgeborene eher zu Erstgeborenen hingezogen, Sandwich-Kinder suchen ihresgleichen und Nesthäkchen bevorzugen Nesthäkchen. Andere Theorien besagen, dass die Eltern auch bei der Partnerwahl ihre Finger im Spiel haben. So sollen sich Männer eher Frauen aussuchen, die optisch ihren Mamas ähneln und Frauen favorisieren Männer, die wie Papa aussehen. Bäh! Da schaudert´s einen dann doch irgendwie. Nicht wenige Forscher gehen übrigens davon aus, dass der Altersunterschied bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle spielt. Aber lassen wir nun den Hokuspokus und die Wissenschaften hinter uns. Befragen wir die konfuse Kifferin ein letztes Mal, bevor wir uns aus dem Staub machen. Hast du einen letzten Rat für uns, du weise, wilde Prophetin? Unsere derangierte Delphi-Dämonin antwortet tatsächlich: “Et kütt, wie et kütt.”