Trennung verarbeiten

Eine Trennung zu verarbeiten ist nicht einfach. Wie lässt sich so eine Trennung bewältigen? Und welche Trennungsgründe und Liebeskummer-Phasen gibt es überhaupt?

Paar beendet Beziehung
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Die zwei Seiten einer Trennung

Ein Sprichwort sagt: Jedes Ding hat zwei Seiten. Das gilt auch für eine Trennung. Auf der einen Seite steht meist der Handelnde, die treibende Kraft oder eben derjenige, der den Anderen verlässt. Auf der anderen Seite steht der Verlassene – unfreiwillig ins noch unbekannte Abseits verbannt. Zwischen ihnen liegt ein gewaltiger Berg aus Scherben. Aber schauen wir uns die beiden Parteien genauer an, bevor wir uns an die Aufräumarbeiten machen.

Der Verlassene

Nicht selten trifft den Zurückgelassenen die Trennung wie ein Schlag. An ein Dasein als Single ist noch gar nicht zu denken. Der Verlassene fühlt sich wie ein Relikt aus vergangenen Tagen, das nicht genau weiß, wie es nun eigentlich weitergehen soll. Der Gedanke an den Verlust hat eine lähmende Wirkung. Im ersten Moment überwiegen Fassungslosigkeit, Panik, Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst. Kein Wunder: Der Scherbenhaufen-Betrachter kann einfach nicht begreifen, wie es so weit kommen konnte. Ist das gerade wirklich passiert? Bleibt die quälende Frage nach dem Warum.

Der Schlussmacher

Auf der anderen Seite steht der Initiator. Von ihm ging die Trennung aus. Er wird daher wohl kaum so überrascht sein, wie der Verlassene. Meist sind solche Beziehungsbrüche keine Affekthandlungen, die mal eben zwischen Tür und Angel angezettelt werden, sondern bewusst getroffene und überlegte Entscheidungen. Das Für und Wider wird zuvor oftmals ausgiebig abgewogen. In schlaflosen Nächten wurden Probleme gewälzt und Optionen ausgelotet. Dass die Trennung für den Schlussmacher genauso schlimm sein kann, wird meist übersehen. Die deutsche Verfasserin vieler Aphorismen und Zitate Janine Weger sagte dazu einmal: „Ich habe es so gewollt. Deshalb wird auch niemand verstehen, weshalb ich weine.“ Der Verlust trifft auch den Initiator. Er kann genauso isoliert und alleine dastehen, weil sein Umfeld die Entscheidung einfach nicht nachvollziehen will.

Die häufigsten Trennungsgründe

Kommen wir zu den Ursachen für eine Trennung. Warum verlässt man seinen Partner? Ein Schlussstrich kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Allen gemeinsam ist, dass irgendetwas einfach nicht passt oder man nicht gut miteinander harmoniert. Dabei kann aber auch zu viel Harmonie ein Trennungsgrund sein – beispielsweise wenn einer der beiden Partner es eher auf den Rebellen-Typ abgesehen hat oder wenn bei all dem Wunsch nach Einklang die Kommunikation zu kurz kommt. Doch woran scheitern Partnerschaften konkret? Einer wissenschaftlichen Studie der Universität Bamberg zufolge trennten sich die befragten Paare vor allem wegen fehlender Akzeptanz für die eigenen Gewohnheiten (49%), wegen Kommunikationsproblemen (37%), wegen fehlender Freiräume (44%) oder weil die Beziehung nur noch aus bloßer Routine bestand (41%). Die Studie ist allerdings aus den 90ern. Was sind die Trennungsgründe von heute?

Die Partnerbörse Elitepartner hat seine Mitglieder befragt, wann sie sich von ihren Partnern trennen würden. Bei der 2013 durchgeführten Erhebung kam heraus, dass  wiederholtes Fremdgehen in der Theorie Trennungsgrund Nummer 1 wäre (72%) – dicht gefolgt von Unehrlichkeit (71%). Als weitere potenzielle Trennungsgründe wurden Routine (51%), häufige Streitereien (50%), einmaliges Fremdgehen (48%) und Einengung (42%) angegeben.

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Ob sich die Trennungsgründe seit damals wirklich geändert haben, kann nicht eindeutig festgestellt werden. Vielleicht hat sich einfach ihre Gewichtung verlagert. Immerhin gehen wir als Menschen immer mit der Zeit – das wirkt sich auch auf Beziehungen und Lebenskonzepte aus. Beispiele dafür finden sich in der Vielzahl an Seitensprung-Websites wie C-Date oder Secret.de. Solche Möglichkeiten zum Fremdgehen gab es früher nicht. „Neuland“ wie das Internet zieht immer auch Trends nach sich. Wer weiß schon, mit welchen Zerwürfnissen wir es in 20 Jahren zu tun haben werden. Vielleicht gelten dann Seitensprünge mit Androiden oder Virtual-Reality-Cybersex zu den häufigsten Trennungsgründen.

Trennungen im Wandel der Zeit: Ghosting vs.  Conscious Uncoupling

Welche Trends zeichnen sich in Sachen Schlussmachen momentan ab? Eins ist klar: Heute haut man Ehen weitaus schneller in den Sack als noch vor ein paar Jahrzehnten. Während hierzulande in den 50er Jahren von acht geschlossenen Ehen durchschnittlich gerade einmal eine einzige geschieden wurde, zerbricht heute fast jede zweite Ehe. Das Konzept „In guten wie in schlechten Zeiten“ scheint ausgedient zu haben. Die Ehe ein Bund fürs Leben? Mit fünfzigprozentiger Wahrscheinlichkeit wohl eher eine Fall für den Scheidungsanwalt. Wo früher weitaus mehr Existenzängste und Krisen in dunklen Ecken lauerten, winken uns heute Dank Globalisierung und Internet mehr Möglichkeiten zur Fahnenflucht. Scheidungen sind heute längst nicht mehr so verpönt wie damals, sondern gesellschaftlich akzeptiert. Zudem sind die Ansprüche gestiegen – bei Männern wie bei Frauen. Heute steht die individuelle und persönliche Entfaltung im Vordergrund. Das wirkt sich auch auf Beziehungen aus. Die Plattform für Casual-Dating Secret.de bringt es mit seinem Motto auf den Punkt: „Lebe deine Phantasie“. Was nicht passt, wird nicht mehr passend gemacht – es wird heutzutage scheinbar bereitwilliger abgestoßen. 

Doch nicht nur die Häufigkeit von Trennungen hat sich geändert, sondern auch die Art des Schlussmachens. Wurden Beziehungen früher noch von Angesicht zu Angesicht beendet, geht es heute in vielen Fällen weitaus unpersönlicher zu. Da wird sich schon mal per SMS getrennt. Sowas geht doch nicht? Geht doch – und entspricht sogar den modernen Etiketten. Laut Hans-Michael Klein von der Knigge-Gesellschaft ist ein Schlussstrich per SMS erlaubt, sofern es sich lediglich um eine Kurzzeitbeziehung handelt, die per Chat entstanden ist. Aber nur dann, wenn beide Parteien wahre Messenger-Meister und weit genug voneinander entfernt sind. Trotzdem: Schön ist anders.

Manchen ist schon das Tippen einer kurzen Nachricht zu viel: Beim sogenannten „Ghosting“ machen es sich die Schlussmacher besonders leicht – indem sie einfach aufs Schlussmachen verzichten und wie von Geisterhand von der Bildfläche verschwinden. Prominentes Musterbeispiel fürs Ghosting: Charlize Theron und Sean Penn. Als die südafrikanische Schauspielerin keinen Bock mehr auf die Beziehung hatte, soll sie Insider-Berichten zufolge einfach nicht mehr auf Anrufe und Nachrichten reagiert haben. Aus dem Handy-Adressbuch, aus dem Sinn. So einfach ist das. Aber es geht auch anders.

Schauspielerin Gwyneth Paltrow und Sänger Chris Martin machen es vor: Eines Tages gab die Filmdiva bekannt, dass sie und ihr Lebensgefährte sich für ein „Conscious Uncoupling“ (deutsch: bewusste Entkupplung) entschieden hätten – kein Wort von Trennung oder Scheidung. Rosenkrieg war gestern. Beim „Conscious Uncoupling“  geht es ganz sachte, sensibel und im beidseitigem Einverständnis zu. Obwohl niemand so genau weiß, was es mit dieser ominösen Entkupplung eigentlich auf sich hat und wie das in der Realität funktionieren soll.

Phasen nach einer Trennung

Egal, wie heftig und emotional eine Trennung für den Verlassenen ausfällt: In den meisten Fällen ist der Ablauf der gleiche. Die schweizerische Psychologieprofessorin Verena Kast entwickelte Anfang der 80er Jahre ein vierstufiges Modell zur Trauerbewältigung. Eigentlich wurde dieses Schema ursprünglich für Angehörige von Verstorbenen entwickelt. So bitter es vielleicht klingen mag, aber die Phasen treffen auch auf Sitzengelassene zu, so dass das Prinzip heute auch in der Paarpsychologie angewendet wird. Ist der Vergleich also vielleicht gar nicht so weit hergeholt? Die Franzosen haben dazu ein Sprichwort: Jeder Abschied ist ein kleines Sterben.

Phase 1: Nicht-Wahrhaben-Wollen

Die erste Phase wird ist meist von Verleumdung geprägt. Die Trennung vom geliebten Menschen stellt für die Zurückgebliebenen einen derartigen Schock dar, dass sie die Empfindungen meist gar nicht richtig wahrnehmen. Der Verlust fühlt sich wie ein dumpfer Traum an. Wenn der Betroffene überhaupt irgendeine Art der Reaktion zeigt, dann erfolgt diese eher mechanisch und rational.

Phase 2: Gefühlsausbruch

Jetzt brechen sämtliche Dämme. Der Verlassene wird von Trauer, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit gepackt. Da haben wir ihn wieder, den Scherbenhaufen. Der Schmerz ist real und tut unglaublich weh. Bei vielen Betroffenen schwenkt die Trauer bald in blinde Wut um. Es wird verzweifelt nach einem Schuldigen gesucht – meist ist es der Schlussmacher, gelegentlich auch die Affäre. Und in nicht wenigen Fällen suchen die Sitzengelassenen die Schuld bei sich selbst.

Phase 3: Neuorientierung

Nun dämmert dem Betroffenen langsam, dass der Partner nicht mehr wiederkommen wird. Er wird mit der brutalen Wirklichkeit konfrontiert und beginnt, sich neu zu orientieren. Der Scherbenhaufen wird langsam abgetragen. Diese Phase ist geprägt von einer aussichtslosen Suche („Den Kaffeebecher hat er morgens immer genommen“), vom erkenntnisreichen Finden („Aus dem Becher wird er jetzt nicht mehr trinken“) und vom Loslassen („Der Becher muss weg.“).

Phase 4: Neuanfang

Der Verlassene akzeptiert allmählich den Verlust und setzt gedanklich einen Strich unter die Beziehung. Die gemeinsame Vergangenheit kann nun ganz nüchtern und ohne Wehmut, irrationale Wunschvorstellungen oder Hass betrachtet werden. Der Betroffene lässt die Opferrolle hinter sich, schließt mit dem Kapitel ab und versteht sich selbst als Single. Die Bahn ist frei für neue Bekanntschaften und die Suche nach dem passenden Deckel.

Welche Fehler sollten nach einer Trennung vermieden werden?

Das vierstufige Modell findet sich bei den meisten Sitzengelassenen wieder. Bei manchen dauert es länger, bei anderen kürzer. Während der verschiedenen Trauerphasen können allerdings auch ungeplante Komplikationen auftreten. Vor allem, wenn man noch Kontakt zum Ex hat. Im Liebeskummer-Labyrinth können viele Minen und Sackgassen lauern. Wenn man jetzt nicht aufpasst, wird das kurze Horror-Intermezzo schnell zur unendlichen Geschichte, die sich noch ewig hinzieht. Welche Fehler sollte man also unbedingt vermeiden?

Fehler 1: Das Schatten-Dasein

Die Zeiten von Verfolgungsjagden per Taxi und Herumlunger-Aktionen vor der Haustür sind längst vorbei. Heute kannst du deinen Ex via Facebook, Twitter, Instagram und Co. ganz bequem von Zuhause aus beschatten. Die Nachstellung im Netz ist so schön einfach. Doch digitales Stalking hat düstere Schattenseiten. Verletzte Seelen können sich bei Internetrecherchen ganze Nächte um die Ohren hauen, ohne es zu merken. Die Suche geht von einem „Aha, sie nimmt an der Veranstaltung Matze´s Birthday´ teil.“ über ein „Wer ist Matze?“ und ein „Die sind zusammen aber auf vielen Fotos zu sehen.“ bis hin zu einem „Matze hat zum letzten Mal seinen Geburtstag gefeiert!“. Via Instagram lassen sich bequem Aufenthaltsorte, Restaurantbesuche und andere Freizeittätigkeiten ausmachen. Soziale Netzwerke erschweren das Loslassen. Zudem ist der Schritt von „Ich schau mal, was er so treibt.“ hin zu verzweifelter Obsession fließend. Tu´ dir selbst also einen Gefallen und lass den Schlussmacher ziehen. Nur so kannst du zum Phoenix werden.

Fehler 2: Der Betthase

Es ist erstaunlich, dass solche Geschichten immer wieder zustande kommen, aber sie sind offensichtlich keine Seltenheit: Du und dein Ex seid frisch getrennt. Auf menschlicher Ebene hat es irgendwie nicht gepasst. Aber auf sexueller Ebene ist die Trennung ein echter Verlust. Und jetzt kommt´s: Aus irgendwelchen Gründen beschließt ihr, dass ihr nicht mehr zusammen sein wollt, aber unter keinen Umständen auf den Sex verzichten möchtet. Also trefft ihr euch weiterhin zur Matratzen-Akrobatik. Nach einiger Zeit (wer hätte das gedacht?) merkt einer von euch beiden, dass er das Gegenüber auch als Partner vermisst und will ihn wieder zurückgewinnen. Sein wir mal ehrlich: Solche Geschichten können im Kino vielleicht ganz gut funktionieren. Im wahren Leben habe ich noch nie von so einem Szenario gehört, das auch nur ansatzweise funktioniert hätte. Wer auf Dauer in so einer Konstellation leben möchte, wird damit sicherlich nicht glücklich werden.

Fehler 3: „Lass uns Freunde bleiben.“

Wohl jeder Zweite von uns hat es schon zu hören bekommen: „Hey, ich schätze dich. Als Menschen. Lass uns Freunde bleiben!“ In dem Moment setzt bei vielen das Gehirn aus. Natürlich wollen sie die geliebte Person nicht verlieren und so sagen sie: „Voll gerne. Da hab ich kein Problem mit. Ich komm damit schon klar.“ Was sie aber denken ist: „Astrein, erst mach ich einen auf Kumpel und dann hol ich mir meine große Liebe wieder zurück!“. Ob du willst oder nicht, so ein Satz verfrachtet dich in die Ecke des Auswechselspielers. Du wirst an der langen Leine gehalten und wartest bis zum Sanktnimmerleinstag auf deinen Einsatz, aber letztendlich verhungerst du am langen Arm. Vielleicht hält dein Ex dich auch mit einem „Vielleicht“ bei der Stange. In dem Fall solltest du dir eines vor Augen führen: Wer sich nicht klar zu dir bekennt, der hat sich schon längst von dir abgewandt. Wenn es kein klares „Ja“ gibt, bedeutet ein „Vielleicht“ also leider ein „Nein“.

Zugegeben: Manchmal können solche Kumpel-Kisten mit dem Ex tatsächlich funktionieren. Allerdings nur, wenn man vorher loslassen und sich mit der Situation abfinden konnte. Und dazu gehört wohl oder übel eine Auszeit mit Kontaktsperre, in der man sich sammeln und dann neu durchstarten kann.

Fehler 4: Verloren im Gestern

Wer gerade erst eine Trennung hinter sich hat, der wird wohl oder übel von schmerzhaften Erinnerungen an die gemeinsame Zeit heimgesucht. Manchmal können winzige Schlüsselreize wie ein Lied im Radio, ein in der Luft hängengebliebener Duft, ein wiedergefundener Gegenstand oder ein gemeinsam besuchter Ort dem Trauernden den ganzen Tag versauen. Solche kurzen Flashbacks und Rückblicke sind völlig normal. Mehr noch: Sie sind sogar notwendig, damit wir endlich abschließen können. Je nach Intensität der Trennung werden vor allem die Verlassenen aber auch immer wieder von quälenden Fragen heimgesucht: Wo und wie war eigentlich unser letzter Kuss? Wann haben wir uns zuletzt „Ich liebe ich dich“ gesagt? Wann und wo ist alles so schrecklich schief gegangen? Wieso habe ich es nicht rechtzeitig gesehen? Und vor allem: Hätte ich irgendetwas tun können? Solche Fragen, Bedenken und Selbstzweifel sind nichts Ungewöhnliches – immerhin wurdest du gerade entwurzelt und suchst nach dem Windhauch, der alles umstürzen ließ. Solche Fragen können allerdings zum echten Problem werden, wenn man sie immer und immer wieder hervorkramt, wiederkäut und zergrübelt. Denn anstatt die Wunden heilen zu lassen, reißt du sie immer wieder neu auf. Also stecke dir selbst einen Zeitrahmen für Gedanken wie „Hätte, wäre, wenn“ und lass danach davon ab. Lass ab und lass los.

Fehler 5: Der Rache-Engel

Der Rache-Engel ist von einem ganz anderen Schlag als seine Vorgänger. Er scheint irgendwo in der zweiten Phase der Trauerbewältigung einen Knacks wegbekommen zu haben und sinnt nun auf Vergeltung. Ich habe von Trennungen gehört, die echt übel abliefen. Der Verlassene wurde nach Strich und Faden verarscht, elendig betrogen und im Nachhinein sogar noch verhöhnt. Von jemandem verspottet zu werden tut weh. Aber von jemandem ausgelacht zu werden, den man einmal mit Leib und Seele geliebt hat, ist die Hölle. Trotzdem ist das kein Grund, wie ein Rachedämon aus den Untiefen des Fegefeuers hervorzukriechen und stundenlang „Vendettaaa!“ zu brüllen. Schon klar. Es gibt genug reizvolle Möglichkeiten. Von telefonischen Pizza-Massenbestellungen über Auto-Zerkratzen bis hin zu einem Date mit der besten Freundin deiner Verflossenen. Du kannst den Dämon bekämpfen so viel du willst. Aber ich sag dir was: Die Zeit, die du an Rachefeldzüge und Vergeltungsmaßnahmen verschwendest, gibt dir niemand wieder. Sie ist für immer verloren. Das Schlimmste daran: Du verschwendest die Zeit an eine Illusion. Nutze sie lieber, um das einzig Richtige zu tun: Das Hassobjekt mit Nichtachtung zu strafen und dir selbst ein Leben aufzubauen, das deinen Ex nur neidisch machen kann.

Wie kann ich eine Trennung verarbeiten?

Kommen wir zur Frage, die allen Sitzengelassenen unter den Nägeln brennt: Wie kann ich den Liebeskummer überwinden und eine Trennung verarbeiten? Was hilft wirklich? Sollte ich mich eher vergraben und im Schmerz suhlen, bis er von alleine aufhört? Oder sollte ich lieber rausgehen, die Welt auf den Kopf stellen und mich ablenken? Schauen wir uns die Möglichkeiten an.

Methode 1: Der Rückzug

Was macht man für gewöhnlich, wenn die Welt über einem zusammenbricht? Ganz klar: Man sucht sich einen sicheren Ort und verkriecht sich, bis es vorbei ist. Die Methode „Duck and Cover“ (deutsch: Ducken und Deckung suchen) hat den Amis immerhin schon bei der Angstbewältigung von gefürchteten Atom-Explosionen geholfen – naja, mehr oder weniger zumindest. Warum sollte sie nicht auch bei uns funktionieren? Der strategische Rückzug und die Taktik der Abkapselung sind tatsächlich ganz normale, menschliche Verhaltensweisen – ganz egal, ob es sich jetzt um die greifbare, physische Bedrohung handelt oder um eine emotionale.

Als Verlassener braucht man erst einmal Zeit, um den Schock und die Attacke zu verdauen. Wie erholt man sich davon? Mit Tonnen von Süßigkeiten, dem Betrachten digitaler Fotoalben und Berieselung – entweder per Star-Wars- oder Herr-der-Ringe-Marathon. Die Ladies unter euch hören sich vielleicht durch sämtliche Kuschelrock-Alben, während die Jungs möglicherweise eher auf Deathmetal schwören. Wir lassen uns gehen, machen die Nacht zum Tag, rasieren uns nicht mehr und stinken bestialisch nach Schweiß, Bier und einer ordentlichen Portion Selbstmitleid. Wozu aufstehen, wenn das Leben uns eh nur gegorene Zitronen vor die Füße kotzt? Recht so. Schmerzbewältigung, notorisches Wunden lecken und Grübeleien müssen sein. Sieh aber zu, dass du die zweite Phase „Gefühlsausbruch“ irgendwann hinter dir lässt und wieder anfängst zu leben. Sonst verlängert sich der Heilungsprozess nur unnötig.

Wie hat Goethe gesagt? „In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muss sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen.“ Was sagt uns das? Sobald dieser fiese Höllen-Keim erst Wurzeln geschlagen hat, wirst du ihn nicht mehr so schnell los. Aus einem Samenkorn kann schnell ein parasitärer Mammutbaum werden. Was tun? Heckenschere herausholen und Trieb stutzen. Wo wir das gute Gartengerät schon zur Hand haben, können wir damit auch gleich den Bart und die Beinhaare trimmen. Geh duschen, verschenk deine Kuschelrock-Sammlung (ganz im Ernst – tu´ dir den Gefallen) und erobere dir deine Welt zurück.

Methode 2: Die Flucht nach vorn

Jeder Mensch reagiert auf eine Trennung anders. Während sich die einen verkriechen, stürzen sich andere ins Getümmel. Auf dem Plan stehen feiern, zechen und die Sau rauslassen. Das Stichwort heißt Ablenkung. Und solange du nicht allein bist, ist alles in Ordnung. Deinen Mädels wird untersagt, den Schlussmacher auch nur mit einem Wort zu erwähnen und deine Kumpels werden angewiesen, dir sofort ein neues Bier zu besorgen, sobald du auf dem Trocken sitzt. Du setzt auf Alkohol, um innere Verletzungen zu desinfizieren. Du trudelst im Strudel von Belanglosigkeiten und nutzt Tinder und Co, um keine einzige Minute lang allein sein zu müssen. Dein Motto: „Krawall und Remmidemmi“. Vielleicht verlierst du dabei den Boden unter den Füßen, aber das ist gewollt. Du versuchst krampfhaft, deinen Schmerz in Rastlosigkeit zu ertränken und tanzt dich verzweifelt um Kopf und Kragen.

Das mag für den Moment vielleicht funktionieren, aber solche Verdrängungsmaßnahmen funktionieren nur bedingt. Irgendwann musst du stehenbleiben. Dein Schatten wird dich früher oder später einholen – egal, wie schnell du rennst. Und dann? All der Schmerz und die unterdrückte Verzweiflung werden mit doppelter Kraft einschlagen. Um eine Konfrontation kommst du also nicht herum. Die Frage ist, ob du dich deinen Emotionen lieber gleich stellst oder das Leid künstlich verlängerst.

Methode 3: Mach mal `ne Mische klar.

Weder der eine noch der andere Weg können als Allheilmittel funktionieren – zumindest nicht für sich allein. Aber wie kann ich nun konkret eine Trennung verarbeiten? Ganz einfach: Die Mischung macht´s. Suhle dich, wenn nötig, in deiner Isolation und verbeiße dich in dein Kopfkissen. Sing dir mit „Love will tear us apart“, „Halt dich an deiner Liebe fest“ oder „The Scientist“ die Seele aus dem Leib, wenn es sein muss. Aber trauere nicht zu lange. Verabschiede dich bald vom Muff, von der Melancholie und dem Martyrium. Geh vor die Tür, triff dich mit Leuten und hol dir dein Leben zurück. Kein altes Leben von der Stange, sondern ein neues, maßgeschneidertes – ganz für dich allein. Lerne die Vorzüge der Freiheit kennen und begreife dich selbst als Individuum, nicht als Anhängsel einer verflossenen Liebe. Höre auf dein Herz und deinen Körper und nimm dir, was du brauchst: Trauer oder Ablenkung. Und dann starte neu. Es wird Zeit brauchen, aber der Rückschlag wird dich stärker machen. Ganz im Ernst. Studien der Universität von Minnesota konnten belegen, dass frisch getrennte Studenten nach nur ein paar Wochen wieder auf dem Damm waren und nach eigenem Empfinden gestärkter, selbstbewusster und weitaus positiver aus der Situation herausgingen. Was lernen wir daraus? Alles wird gut. Nein – es wird sogar besser.

Wie lange dauert es, über die Trennung hinwegzukommen?

Auf die Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Der deutsche Schriftsteller und Dramatiker Wilhelm Vogel hat einmal gesagt: „Jede Trennung hat ihre Individualität.“ Was er damit meint, ist dass jeder Beziehungsbruch anders verläuft, und dass die verlassenen Partner eine Trennung unterschiedlich intensiv wahrnehmen und verkraften. Der eine benötigt sieben Tage, um das Gröbste zu überstehen, der nächste braucht dafür vielleicht sieben Monate. 

Wer nach einer langjährigen Beziehung verlassen wurde, braucht vielleicht ein komplettes Jahr, bis er sich auch emotional auf etwas Neues einlassen kann. Denn immerhin erlebt man jede Jahreszeit nun erst einmal alleine und wird dabei unweigerlich an die gemeinsame Zeit erinnert: „Im Frühling sind wir immer zusammen weggefahren.“, „Die Eissorte mochte er immer besonders gern.“, „Im Herbst waren wir immer Pilze sammeln.“ und „Was mache ich denn jetzt an Weihnachten?“.  Nicht umsonst sprach man damals immer vom sogenannten Witwenjahr.

So weit muss es längst nicht kommen. Viele Trennungsprozesse sind schneller abgeschlossen. Es dauert, so lang es eben dauert. Aber kein Grund zur Panik. Irgendwann wirst du Trennung überwunden haben und die Zukunft kaum erwarten können. Versprochen. Und auch wenn es sich jetzt noch nicht so anfühlt – irgendwann wirst du verstehen, was Hesse meinte, als er sagte „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“

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